Erlebnispädagogik


INTER@CT bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten mit „erlebnispädagogischem” Schwerpunkt an. Welcher erlebnispädagogische Ansatz für Ihre Zielsetzung der Richtige ist, sprechen wir mit Ihnen individuell ab.
INTER@CT konzipiert mit Ihnen gemeinsam vor der Veranstaltung präzise
  • die Zielsetzung des erlebnispädagogischen Trainings
  • die Möglichkeiten der Inhalte−Umsetzung nach dem Training
  • die Vorbereitung der Gruppe
  • die Nachbereitung der Gruppe
  • die Reflexion des Gelernten
  • die Nachhaltigkeit des Trainings
INTER@CT bietet an erlebnispadagogischen Trainings:
  • Führungskurs mit Pferden
  • Teamtraining mit Pferden
  • Selbstbewusstseinstraining mit Pferden
  • Kommunikationstraining mit Pferden
  • Teamtraining in der Kletterhalle
  • Führungskurs in der Kletterhalle
  • Selbstsicherheitskurs in der Kletterhalle
Die ausführlichen Seminarbeschreibungen hierzu finden Sie unter dem Link „Seminare” im Bereich „Erlebnispädagogische Trainings”. Bilder von bereits erfolgreich durchgeführten Kursen mit Erlebnis− / und Event−Charakter finden Sie in unserer Bildergalerie auf der Homepage "www.interact−online.de

Die Erlebnispädagogik nutzt Gruppen−Erfahrungen in der Natur (Wald, Gebirge, See, Reitstall, Klettergarten). In diesem Umfeld werden soziale Kompetenzen entwickelt und die Persönlichkeit gestärkt. Natursportarten (Segeln, Reiten, Radfahren, Outdoortraining, Höhlenforschen, Kajakfahren, Flossfahren) bieten dabei ein breites Spektrum an Erlebnismöglichkeiten, ergänzt mit Methoden aus Theater−, Abenteuer− und Spielpädagogik, der Gruppendynamik und der Sozialpädagogik. Erlebnispädagogik gilt heute als integrativer Bestandteil ganzheitlicher Erziehungs− und Bildungskonzepte. Ursprünglich in der Reformpädagogik verwurzelt, gewinnt sie in jüngster Zeit wieder an Bedeutung, da Schlüsselqualifikationen wie Soziale Kompetenz und Persönlichkeit eine zunehmend Rolle in der Gesellschaft spielen

Grundlagen der modernen Erlebnispädagogik

Damit man einen Einblick in die moderne Erlebnispädagogik und ihre Besonderheiten bekommt, muss man sich neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte, auch noch mit verschiedenen anderen Aspekten dieser besonderen Form der Pädagogik befassen. Im folgenden befindet sich ein überblick über die wichtigsten Gesichtspunkte der Erlebnispädagogik und eine Erklärung der wichtigsten Elemente und Begriffe.

Das Erlebnis

Der zentrale Begriff bei allen erlebnispädagogischen Ansätzen ist das Erlebnis.
„Erlebnisse sind Bewusstseinsvorgänge, in denen der Mensch tief innerlich und ganzheitlich von der Sinn− und Wertfülle eines Gegenstandes ergriffen wird.”
Wichtig dabei: Erlebnisse ergeben sich, im Gegensatz zu Ereignissen, nur aus der subjektiven und individuellen Ansicht des einzelnen Menschen. Einzelne Situationen werden erst dann zu Erlebnissen, wenn sie vom Betrachter als etwas Besonderes bzw. Außeralltägliches wahrgenommen werden.
In der Erlebnispädagogik beinhaltet das Erlebnis soziologische, psychologische und pädagogische Dimensionen.

Charakteristika des Erlebens

Wenn man sich mit dem Begriff des „Erlebnisses” auseinandersetzt, verbindet man gewöhnlich Begriffe wie Aktivität, Unmittelbarkeit, Spannung, Emotionalität, Abwechslung und Authentizität damit. Sie bringen das Besondere, das nicht Alltägliche zum Ausdruck. Dementsprechend sehen Heckmair und Michl (siehe Literatur am Ende des Artikels) das Erlebnis und den Alltag als „zwei schlecht verträgliche Dinge”.
Ein Erlebnis ist also nicht etwas Alltägliches, sondern ein besonderes Ereignis. Man verbindet Erlebnisse eher mit dem Neuen, Ungewohnten und Unbekannten, obwohl aus psychologischer Sicht das Erleben als wertneutral definiert wird. Sowohl banale alltägliche Dinge als auch intensive außergewöhnliche Eindrücke sind hier einbezogen. In der Psychologie bezieht sich das Erleben auf die unterschiedlichsten Dinge, wie beispielsweise auf Umwelteindrücke, auf das eigene Handeln, auf seelische und körperliche Prozesse oder auf zwischenmenschliche Einflüsse. Inhalte des Erlebten, die als bedeutungsvoll angesehen werden, werden zu Eindrücken verarbeitet, die positive oder negative Gefühle oder Erinnerungen hervorbringen können. Für den Menschen stellt das Erleben etwas Persönliches und Subjektives dar, das unmittelbar wahrgenommen wird.

Wichtig für die Erlebnispädagogik ist aber, dass nur die Qualität der Wirkungen von Erlebnissen subjektiv und unmittelbar ist, nicht aber die Herkunft. Während erlebnispädagogischer Maßnahmen ist der größte Teil der gemachten Erlebnisse durch eine pädagogische Konzeption (Setting) sozial konstruiert bzw. beeinflusst.

Pädagogik und Erlebnis

In der Pädagogik können Erlebnisse als etwas Gewolltes oder Erwünschtes angesehen werden, sind aber nicht planbar oder voraussagbar. Erlebnisse sind zufällige, vielleicht sogar unbeabsichtigte Vorkommnisse, die erst durch die persönliche Einordnung in individuelle Kategorien, durch Reflexion und Vergleich zu Besonderheiten werden − im Nachhinein. Hier wird ein häufiger Kritikpunkt an der Erlebnispädagogik deutlich. Da Erlebnisse subjektiv und unwillkürlich entstehen, lassen sie sich nicht zielgenau herbeiführen und sind damit nicht pädagogisch vorausplanbar. Jedoch besteht darin der pädagogische Ansatz der modernen Erlebnispädagogik. Ein pädagogisches Setting lässt sich so gestalten, dass Lernziele, Wirkungen und Erfahrungen möglich oder sehr wahrscheinlich werden. Die Wirkung von erlebnispädagogischen Lernangeboten ergibt sich daher nicht direkt aus den abenteuerlichen Erlebnisfeldern, sondern durch die spezifische Weise in der sie genutzt, präsentiert und kombiniert werden. Gelehrt werden soll, sich selbst einschätzen zu können und sich selbst wahrzunehmen, um die eigene Position im persönlichen wie im gesellschaftlichen Umfeld zu finden.

Begriff und Merkmale

Wie bedeutsam und umfangreich die Erlebnispädagogik in den letzten 20 Jahren geworden ist, zeigt ein vergleichender Blick in Nachschlagewerken und Fachlexika. Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Erlebnispädagogik, ist aber trotzdem nicht leichter geworden, und zwar aus drei Gründen:
  • Es existieren mittlerweile eine Reihe von Begriffen die zum Teil synonym und zum Teil konkurrierend genutzt werden und alle das Verhältnis von Erlebnis und Erziehung beschreiben wollen.
  • Es gibt an einigen Stellen der erlebnispädagogischen Diskussion eine Tendenz zur Entgrenzung zu beobachten, wonach jedes handlungsorientierte Lernarrangement als Erlebnispädagogik bezeichnet wird.
  • Es gibt heutzutage eine größere Angebotspalette, die einerseits Kurzzeitmaßnahmen von wenigen Tagen umfasst und auf der anderen Seite langfristige Projekte wie mehrmonatige Segeltörns oder Reiseprojekte für Jugendliche im Ausland
Die folgende Definition von Heckmair und Michl versucht, die oben genannten Probleme zu berücksichtigen:
„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.”
Dieser Versuch einer Definition kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine eindeutige Definition immer noch fehlt, was nicht überrascht, da eine tragfähige Fundierung der Erlebnispädagogik weiterhin aussteht. Dennoch lassen sich aus dieser Definition bestimmte Merkmale ableiten, die für die moderne Erlebnispädagogik charakteristisch sind:
  • Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit
    • Im Mittelpunkt des Lernprozesses steht die tätige Auseinandersetzung mit einer Aufgabe, wobei Erfahrungen selbst gemacht werden müssen. Wissen, Fähigkeit und Werte werden über direkte Erfahrungen erarbeitet und vermittelt. Unter Ganzheitlichkeit ist zu verstehen, dass alle Dimensionen des Menschen angesprochen werden, d.h. Körper, Geist und Seele.
  • Lernen in Situationen mit Ernstcharakter
    • Von besonderer Bedeutung für das Setting ist in einer erlebnispädagogischen Maßnahme der Ernstcharakter einer Situation. Es müssen Lernsituation gefunden werden, deren Charakter derart beschaffen ist, dass sich Aufgaben und Anforderungsstruktur als natürlicher Sachzwang ergeben.
  • Gruppenorientierung
    • Erlebnispädagogik stellt sich überwiegend als gruppenpädagogisches Angebot dar. Sozialpädagogische Angebote zielen dabei auf die Förderung von Sozialen Kompetenzen und Kooperationsfähigkeit durch das Arrangement von Lernsituationen, die verdeutlichen, dass Zusammenarbeit notwendig ist.
  • Erlebnischarakter
    • Die bisher genannten Merkmale ließen sich auch in alltäglichen Situationen konstruieren. Charakteristisch für die Erlebnispädagogik ist, dass die Lernsituationen außergewöhnlich sind, d.h. vielfältig, nicht alltäglich, real und ernsthaft sein müssen, um so Grenzerfahrungen zu ermöglichen. Ungewöhnliche und außerordentliche Situationen erhöhen die Chance, dass aus einem Ereignis ein nachhaltig wirkendes Erlebnis wird. Deshalb findet Erlebnispädagogik mit Distanz zum Alltag statt.
  • Freiwilligkeit
    • Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er an einer erlebnispädagogischen Maßnahme teilnehmen will oder nicht. Das Prinzip der Freiwilligkeit geht davon aus, dass Lernerfolge nicht erzwungen werden können und deshalb abhängig von der Motivation und Wahlfreiheit des Einzelnen sind. Die Aufgabe der Erlebnispädagogen besteht darin, die Teilnehmer zu ermutigen und anzuspornen, sich in die Lernsituation zu wagen. Die endgültige Entscheidung wird von dem Teilnehmer selbst getroffen und muss vom Pädagogen akzeptiert werden.
  • Pädagogisches Arrangement
    • Erlebnisträchtige Situationen werden erst dann zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern

Das Lernen

Lernen ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Wir lernen von Geburt an durch ein selbstverständliches „Mitleben” und alltägliches „Dabeisein”. Es ist ein Anliegen der Pädagogik im Rahmen initiierten Lernens dem jungen Menschen zur Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Integration Inhalte, Werte und Fähigkeiten vermitteln. Simon Priest geht davon aus, dass alles Lernen auf Erlebnissen basiert. Zu Erfahrungen werden sie, wenn das Erlebte reflektiert und transferiert wird. Erfahrungslernen geschieht demnach, wenn die Reflexionen für die Veränderung verantwortlich sind. Die verschiedenen Lern− und Transfermodelle der Erlebnispädagogik sollen im folgenden vorgestellt werden.

Lernmodelle in der Erlebnispädagogik

In der modernen Erlebnispädagogik lassen sich drei Modelle unterscheiden, die zwar Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung sind, in der Praxis aber nebeneinander existieren und sich nicht gegenseitig ausschließen. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird ein und derselbe Prozess dargestellt:
  • „The Mountain Speaks for itself”−Modell
    • Dieses Modell lehnt sich an dem Thoreau'schen Motto: „Die Natur ist die beste Lehrmeisterin” an. Es unterstellt die allgemeine Effizienz erlebnispädagogischer Maßnahmen in der Natur hinsichtlich Verhaltensänderungen. Es vertraut gänzlich auf den Sachzwang der Natur. Die Situation steht für sich selbst und ist so konstruiert, dass das Erlernte notwendige Folge des Handelns ist. Es ist nicht notwendig, mit Reflexion eine Aufarbeitung des Erlebten zu leisten.
  • „Outward Bound Plus”−Modell
    • Dieses Modell baut auf die Vorstellungen „The Mountain speaks for itself” auf. Allerdings sieht es eine anschließende Reflexion vor.
  • Metaphorisches Modell
    • Das Metaphorische Modell gilt als das Modell der Zukunft, das in den letzten Jahren auch hierzulande Verbreitung fand. Das „Outward Bound Plus”−Model lag unter anderem der Kritik, dass Erlebnispädagogik sich aufgrund der Verschiebung hin zur Reflexion zu einer konventionellen therapeutischen Methode entwickelt. Das Metaphorische Model wurde entwickelt, um Reflexion zu fördern, aber gleichzeitig die Erfahrungen und Erlebnisse nicht zu zerreden bzw. zu überfrachten. Die Lernsituation soll möglichst ähnlich zur Lebensrealität der Teilnehmer ausgestaltet werden. Die Lernrichtung der Teilnehmer kann u.a. durch Beispiele, Geschichten und Metaphern beeinflusst werden.

Der Transfer

Der Transfer ist ein entscheidender Faktor des Lernens aus erlebnispädagogischen Aktivitäten und Maßnahmen und meint die übertragung von Lernerfahrungen in Lebenszusammenhänge und Alltagssituationen der Teilnehmer. Es werden in der Erlebnispädagogik drei verschiedene Formen des Transfers unterschieden.
  1. Der fachspezifische Transfer
    1. Beim fachspezifischen Transfer werden konkrete Verhaltensweisen und Lerninhalte soweit verinnerlicht, dass sie auch in anderen Lernsituationen verfügbar sind. (Beispiel: das Sichern beim Klettern kann auf das Sichern beim Abseilen übertragen werden.) Diese Erfahrungen haben in der Regel kaum Bedeutung für den Alltag.
  2. Der fachübergreifende Transfer
    1. Hierbei werden spezifische Lernerfahrungen zu künftigen Einstellungen, Prinzipien oder Verhaltensweisen verallgemeinert. Es werden keine Fertigkeiten sondern grundlegende Muster übertragen. (Beispiel: Problemlösungs− und Konfliktbewältigungsstrategien werden von einer erlebnispädagogischen Herausforderung in den Alltag transferiert.
  3. Der metaphorische Transfer
    1. Ein metaphorischer Transfer findet statt, wenn in einer zum Alltag analogen bzw. „isomorphen” (von gleicher Gestalt) erlebnispädagogischen Situation Lernerfahrungen gemacht werden, die zu Verhaltensänderungen führen können. Der Transfer findet hier entweder während der Aktivität anhand ähnlicher Strukturen oder nach der Aktivität mit Hilfe von Reflexion statt.
Der Transfer stellt das „zentrale Problem” der Erlebnispädagogik dar. Folgende Transferhindernisse gilt es deshalb zu beachten bzw. zu verhindern:
  • Die Alltagssituation ist häufig viel komplexer gestaltet als die Lernsituation.
  • Bei kurzzeitpädagogischen Maßnahmen können keine langfristigen Lernprozesse initiiert werden.
  • Die Teilnehmer werden häufig im Transferprozess nicht begleitet.
  • Das Freizeitgefühl häufig verursacht durch die Durchführung erlebnispädagogischer Maßnahmen in Urlaubsregionen blockiert die Transfermotivation.
Der Transferproblematik entgegenwirken können klare Ziel− und Erwartungsabsprachen, bewusste Zusammensetzung der Teilnehmergruppen, längerfristige Vor− und Nacharbeit und die bewusste Anwendung von Transfertechniken.

Quelle:

www.wikipedia.de