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Chefsache: „Vertrauen bilden”

Der Faktor des Vertrauens legt fest, wie Mitarbeiter Leistung erbringen und wie erfolgreich die Unternehmung ist.

Innerhalb der Aufgabenstellung „führen von Mitarbeitern” nehmen alle vertrauenbildenden Maßnahmen eine Schlüsselposititon ein. Wichtiger noch als ein geeigneter Führungsstil oder Methodenkompetenz legt der Vertrauensfaktor individuell auf den Mitarbeiter bezogen fest, wie dieser seine Leistung erbringt. Produktivität oder Kontraproduktivität − was will das Unternehmen. Mitarbeiter, die ihren Chefs vertrauen, schaffen außerordentliche Produktivität, eine niedrige Fehlerquote, haben eine höhere Identifikation mit den ihnen übertragenen Aufgaben.
Woran ist mangelndes Vertauen zu erkennen? Mitarbeiter gehen dem Chef aus dem Weg und machen nur ihre Arbeit − Mitarbeiter trauen sich nicht, eigene Ideen für die Unternehmung einzubringen − Mitarbeiter klatschen und tratschen auch über den Vorgesetzen − Mitarbeiter agieren defensiv und scheuen das Risiko. Mangelt es an Vertrauen, geht selbst der Vorgesetzte Entscheidungen und damit dem Mitarbeiter zu oft aus dem Weg. In Summe hochgerechnet erleidet das Unternehmen immensen Schaden wenn der Vertrauensfaktor zwischen Mitarbeiter und Chef zu niedrig ausfällt.
Woran ist gutes, tiefes Vertrauen zu erkennen? Mitarbeiter agieren offensiv und übernehmen selbst Verantwortung − Mitarbeiter stehen zur Entscheidung des Vorgesetzten und verteidigen diese − Mitarbeiter haben Spass am Handeln. Bei fundiertem Vertrauen weiss der Chef, dass auch in seiner Abwesenheit alles super läuft. Die Folge sind Zeitvorteile und eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens wenn der Vertrauensfaktor zwischen Mitarbeiter und Chef hoch ausfällt.
Führungskräfte haben der Reihe nach drei grundlegende Führungsaufgaben:
  1. Vertrauen bilden
  2. für Kooperation sorgen
  3. Aufgaben delegieren
Damit werden die vertrauensbildenden Maßnahmen zum Erfolgs− und schließlich auch zum überlebenskriterium in der Chefetage. In der Chefetage findet die strategische Unternehmensausrichtung statt. Der Führungskreis legt fest: welche Produkte oder Dienstleistungen in den Markt gestellt werden − zu welchem Preis − mit welcher Gewinnspanne − wie viel der einzelne Mitarbeiter verdient − und, welchen Status man ihm im Unternehmensgefüge einräumt. An dieser Stelle ist bereits zu beachten, dass nicht Geld und Macht alleine als Anreizsystem für den Kreis der Mitarbeiter Gültigkeit haben! Darüber hinaus ist Vertrauenswürdigkeit der Führungskräfte wichtigstes Kriterium für die Meinungsbildung beim Mitarbeiter.

Der Betrieb erhält einen sehr wertvollen Vorteil im Wettbewerbermarkt wenn die Personen, die dort zusammen arbeiten, dem Kollegenkreis und den Führungskräften vertrauen. Damit ist Platz geschaffen für Kreativität, Innovation, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit. Ein hoher Grad an Vertrauen bindet die Menschen im Unternehmen und wirkt als Stabilitätsfaktor − auch für schwierige Zeiten.
Wo das Vertrauen fehlt, spricht der Verdacht − Laotse..... Widmen wir uns nun der Frage: „Wie lässt sich Vertrauen bidirektional zwischen Führungskraft und Mitarbeiter generieren?” Denn der Grad des Vertauens bestimmt, mit wem sich Mitarbeiter einlassen. Mitarbeiter kommen jeden Tag an den Arbeitsplatz und bringen als erstes ihren individuellen Vertrauensbedarf mit. Unbewusst ist jeder ständig auf der Suche nach Befriedigung.
  1. Konsequenz im Handeln − Stabile Entscheidungen
  2. Offene Kommunikationskultur im Unternehmen
  3. Gelebte Kooperation − Ein partnerschaftlicher Führungsstil
  4. Bereitschaft zu zuhören − Interesse haben für den Mitarbeiter
  5. Mitarbeiterverhalten reflektieren − statt kritisieren
  6. Eigenes Verhalten der Führungskraft erklären − Weg weisen
  7. überlegen: was löse ich womit aus − bezogen auf die jeweilige Situation
  8. Konkrete Zielvereinbarung − erreichbar, kontrollierbar und mit Erfolgsaussicht
  9. Herausforderungen an Mitarbeiter stellen − Lob und Anerkennung danach
  10. Möglichkeit zur Selbstverwirklichung − Fundament für Sinn im Leben
  11. Weiterbildung vorantreiben − Vorbereitung auf die Zukunft
  12. Spass am Handeln − Arbeiten macht Freude
Die Führungskraft legt im besten Fall bei jedem Mitarbeiter ein „VertrauensPlus−Ansparkonto” an. Wie bei jedem normalen Sparbuch auch, ist zuerst einmal einzahlen bzw. ansparen angesagt. Sonst kann später im Falle des Falles nichts oder nicht genügend abgehoben werden. Eingezahlt wird jede gute Erfahrung. Sorgen Sie für ausreichend gute Erfahrungen die Ihre Mitarbeiter machen können. Desweiteren ist für die Führungskräfte wichtig, dass Sie darauf achten, Konflikte ohne „negative Rückstände” zu bewältigen. Die Chefs müssen gegebene Versprechen strikt einhalten und dem Mitarbeiter Rückendeckung geben. Auch der Karriereweg ist individuell in Erfahrung und in Anschub zu bringen. Der Mitarbeiter braucht Kenntnis darüber, dass der Fortbestand der Unternehmung sicher ist − gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Einhaltung dieser Details fördert den Vertrauensbonus auf Seiten der Angestellten.
Die Führungskraft darf nicht dem Irrtum unterliegen, zu meinen, wenn ich nett zu allen bin, habe ich den erforderlichen Vertrauensvorschuss und die Mitarbeiter gut motiviert auf meiner Seite. Nett zu sein bedeutet noch lange nicht, dass die Personen am Arbeitsplatz sich auch auf die Führungskraft verlassen können. Die Stabilität an diesem Punkt ist erst erreicht, wenn gemeinsam schwierige und ausserordentliche Situationen bewältigt worden sind − und die Erfolge reflektiert sind. Auf diese Weise verschafft sich die vorgesetzte Person hohes persönliches Ansehen beim Mitarbeiter und wird in Sachen Integrität hoch bewertet. Also: harmoniesuchende und konfliktscheue Führungspersonen wollen zwar von allen geliebt werden, funktionieren wird das Ganze nicht. Grund dafür ist die fehlende Stabilität bei der Führungskraft. Besser: Die Führungskraft tritt solide und souverän auf, sagt was gesagt werden muss, fordert ein und wirkt zuweilen streng. Wenn diese professionelle Führungskraft dann auch noch das Bedürfnis nach Lob und Anerkennung beim Mitarbeiter befriedigt, hat sie jede Menge „Haben” verbucht auf dessen „VertrauensPlus−Ansparkonto”.
Wie erfährt die Führungskraft, wie hoch der Mitarbeiter das Vertrauen verbucht hat? Bilanz ist fällig − sensibel und detektivisch!
  1. Wie oft und mit welcher Fragestellung wendet sich der Mitarbeiter mir zu?
  2. Wie stabil wirkt der Mitarbeiter im körpersprachlichen Ausdruck?
  3. Wie platziert der Mitarbeiter sprachlich seine Inputs? Offen und vorbehaltlos, meckernd, ironisch, angstvoll?
  4. Weiss der Mitarbeiter, welche Stärken ich genau von ihm kenne?
  5. Wann habe ich zuletzt direkt und offen Lob und Anerkennung ausgesprochen und Leistung reflektiert?
  6. Wie ist mein Gefühl, wenn der Mitarbeiter an mich herantritt?
  7. Wie spricht der Mitarbeiter über Produkte, Leistungen, Projekte unseres Unternehmens (hat er eine Pro−Einstellung)?
  8. Was sagt der Mitarbeiter dazu, ob er an der für ihn und für das Unternehmen richtigen Sache arbeitet?
  9. Welche Herausforderungen übernimmt der Mitarbeiter freiwillig und gerne?
  10. Wie gesund, wie sportlich, wie dynamisch erlebe ich den Mitarbeiter?
  11. Wie hoch schätze ich den Spassfaktor des Mitarbeiters an seinem Arbeitsplatz ein?
  12. Wie empfindet der Mitarbeiter die Unternehmenskultur?
  13. Wie empfindet der Mitarbeiter die Sicherheit seines Arbeitsplatzes?
  14. Wie empfindet der Mitarbeiter die Möglichkeiten zur Weiterbildung?
  15. Wie empfindet der Mitarbeiter die Möglichkeiten der Selbstverwirklichung?
Das Ergebnis dieser Bilanzierung in den einzelnen Punkten gibt der Führungskraft Aufschluss darüber, wie viel Vertrauen der einzelne Mitarbeiter in Sie setzt. Appelle wie: „... sie können mir da voll vertrauen” - „... verlassen sie sich da mal ganz auf mich” − „... vertrauen sie mir ganz einfach”, fördern nicht die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem. Vertrauen muss über einen langen Zeitraum kontinuierlich aufgebaut werden.
Tiefes und festes Vertrauen entsteht nur unter „Belastung”. Der Chef belastet sich mit den vertrauenbildenden Massnahmen und seine Mitarbeiter mit herausfordernden Aufgabenstellungen. Ein günstiges „VertrauensPlus−Ansparkonto” spart Zeit, ärger, Stress und vor allen Dingen Kosten. Die Mitarbeiter arbeiten gerne für das Unternehmen und gerne mit ihrem Chef, erbringen hohe Leistung und schaffen hohe Qualität.
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